2014

Unternehmen gehen mit einem gestärktem Optimismus in das neue Jahr

Von Christoph Sochart (Text) und Paul Esser (Fotos)

Die Unternehmen gehen mit einem gestärkten Optimismus in das neue Jahr. Dies ist das Ergebnis des Düsseldorfer Konjunkturmonitors 2014, der heute (10.01) von Dr. Andreas Bruns, Vorsitzender der Unternehmerschaft Düsseldorf, den Medien vorgestellt wurde. Auch die Lage am Arbeitsmarkt bessert sich. Der Ausbildungsmarkt bleibt stabil.

Nach einem deutlichen Rückgang im vergangenen Jahr, erholte sich die Auftragslage der Unternehmen 2013 wieder etwas und erreicht derzeit das Niveau von 2011. Fast ein Drittel der Unternehmen bewerteten ihren Auftragseingang im 4. Quartal als "Gleichbleibend gut". 26% sagten aber auch, die Auftragseingänge seien "gleichbleibend schlecht" und sogar "schlechter".

Wenden wir uns 2014 zu: Die Erwartungshaltung der Unternehmen ist durchaus positiv. 55 Prozent der Betriebe erklärten, der Umsatz sei "gleichbleibend gut" oder "besser". Allerdings rechnen nicht alle Branchen in 2014 mit einer schnellen Besserung. Dies gilt vor allem für die chemische Industrie sowie den Maschinen- und Anlagenbau.

Fast Dreiviertel der Betriebe glauben, dass die Geschäfte in den kommenden sechs Monaten "gleichbleibend gut" oder "besser" laufen. 28% rechnen mit "gleichbleibend schlechten" oder "schlechteren" Ergebnissen.
Der Arbeitsmarkt in Düsseldorf entwickelt sich ebenfalls besser. Mehr als 80 Prozent der Unternehmen werden ihren Personalbestand halten oder sogar erhöhen. Gesucht werden vor allem Mitarbeiter im Hotel- und Gaststättengewerbe, in den medizinischen Gesundheitsberufen und in der IT-Branche.

Der Ausbildungsmarkt hält sich stabil. 84 Prozent der Unternehmen halten die Zahl ihrer Ausbildungsplätze oder bauen sie sogar aus. Nur 14% planen einen Abbau, was namentlich daran liegt, dass die Unternehmen keine geeigneten Bewerber finden. Vor allem exportabhängige Branchen zeigen sich hier zurückhaltend. Unter'm Schnitt fällt die Bilanz prima aus: Auf 100 Bewerber kommen 134 Stellen.

Kathrin Grüne, Geschäftsführerin bei der Dillenberg GmbH, kann die Ergebnisse des Konjunkturmonitors bestätigen, berichtet aber auch von Unsicherheiten in der Unternehmerlandschaft. Dies läge vor allem an der unsicheren Entwicklung der Rohstoffmärkte, den steigenden Energiepreisen und am Fachkräftemangel, an dem vor allem klein- und mittelständische Betriebe zukünftig leiden werden, so Frau Grüne. Dillenberg rechnet für 2014 mit einer Steigerung der Energiekosten von 18 Prozent. Die hohen Kosten könne man aber nicht an die Kunden weitergeben. Sie müssten also anders aufgefangen werden. Weitere Unsicherheiten birgt die Rohstoffabsicherung.

Grundsätzlich geht Kathrin Grüne von einer langsamen Erholung in der Metallbranche aus. Sie berichtet aus der Kundschaft heraus aber auch mit stagnierenden Umsatzerwartungen. Frau Grüne ist "verhaltend optimistisch", dass das Umsatzniveau von 2013 gehalten oder leicht gesteigert werden kann.

Die Firma Dillenberg ist ein Düsseldorfer Familienunternehmen in 4. Generation. Seit 1919 produziert Dillenberg in Düsseldorf mit 125 Mitarbeitern für 500 Kunden in den Bereich Arbeitsschutz, Umweltschutz und Energiemanagement. Die Ausbildungsquote liegt bei 15 Prozent. 2014 können zwei neue Auszubildende eingestellt werden.

Mit dem Thema "Mindestlohn" beschäftigt sich Michael Grütering, Hauptgeschäftsführer der Unternehmerschaft Düsseldorf. Er rechnet den Medienvertreter vor, dass sich das "Aufstocker"-Problem nicht mit einem Mindestlohn von 8.50 Euro lösen lasse. In Deutschland gibt es 280.000 Aufstocker, in Düsseldorf rund 1000. Dies sind Menschen, die trotz des Mindestlohnes weiterhin Transferleistungen erhalten.

Herr Grütering erläutert an einem Beispiel: Ein in Düsseldorf lebender verheirateter Alleinverdiener mit zwei Kinder über 14 Jahre müsste bei einer 38-Stunden-Woche brutto über 15 Euro verdienen, um keinen Anspruch auf Transferleistungen zu erhalten.
Die Einführung des Mindestlohn von 8,50 Euro also löst das Problem der Aufstocker nicht, kann aber einen erheblichen Schaden auf dem Arbeitsmarkt anrichten, denn: Wenn die einfachsten Arbeitsplätze zu teuer werden, besteht die Gefahr, dass diese ersatzlos gestrichen werden. Und damit sei am Ende niemanden geholfen.


Download: Konjunkturmonitor 2014 (PDF)
Donwload: Präsentation Konjunkturmonitor 2014 (PDF)


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