2013

Unternehmen gehen in unsichere Monate

Von Christoph Sochart (Text) und Paul Esser (Fotos)

Mit verhaltenem Optimismus starten die Düsseldorfer Unternehmer in das neue Jahr. Das Stimmungstief sei noch nicht überwunden, betonte Dr. Andreas Bruns, Vorsitzender der Unternehmerschaft Düsseldorf und Umgebung e.V., bei der Vorstellung des „Düsseldorfer Konjunkturmonitors 2013“. In den vergangenen drei Wochen wurden 1400 Mitgliedsunternehmen befragt.

Das vergangene Jahr endete durchwachsen für die Unternehmen in Düsseldorf. Für fast die Hälfte aller Betriebe war bezogen auf die Auftragseingänge das 4. Quartal 2012 im Vergleich zum 3. Quartal gleichbleibend schlechter oder sogar schlechter. Nur 16 Prozent schätzten das 4. Quartal besser ein. Im Vorjahr sagten dies noch 25 Prozent, ein Minus von 9 Prozent.

Vor diesem Hintergrund sehen die Düsseldorfer Unternehmen unsichere Monate auf sich zu kommen. Schwache Investitionstätigkeiten, nachlassende Impulse durch einen schwächeren Außenhandel und eine flacher werdende Konsumdynamik werden das Wachstum deutlich abbremsen. Die Folgen für Düsseldorf: 51 Prozent aller Unternehmen erwarten gleichbleibend schlechte oder noch schlechtere Geschäfte. Immerhin ein gutes Drittel hofft auf gleichbleibend gute Geschäfte.

Das hat Konsequenzen für den Düsseldorfer Arbeitsmarkt, denn: Beschäftigungsexpansion und der Abbau der Arbeitslosigkeit kommen nahezu zum Stillstand. Im gewerblichen Bereich sagen 80 Prozent der Unternehmen und 71 Prozent im Angestellten-Bereich, dass der Personalbestand stabil bleibt. Personalabbau planen 10 Prozent der Unternehmen (im gewerblichen Bereich) bzw. 13 Prozent (am Angestellten-Bereich). 11 bzw. 16 Prozent der Unternehmen wollen ihr Personal aufstocken.

Besser sieht der Ausbildungsmarkt aus. Hier reagieren die Unternehmen bereits auf den bevorstehenden demografischen Wandel: fast 90 Prozent der Unternehmen halten ihre Ausbildungsplätze stabil und 8 Prozent wollen sogar mehr Auszubildende einstellen. Da immer mehr Unternehmen Schwierigkeiten haben, vorhandene Ausbildungsplätze überhaupt besetzen zu können, verstärken sie Kontakte zu den Schulen in Düsseldorf. So wird beispielsweise in wenigen Wochen die 120. Lernpartnerschaft in Düsseldorf zwischen einem Unternehmen und einer Schule unterzeichnet. Außerdem finden vom 15.-20. März erstmalig in die „Düsseldorfer Tage der Berufsorientierung“ statt (www.berufsorientierungstage.de).

Michael Grütering, Hauptgeschäftsführer der Unternehmerschaft Düsseldorf, stellte aktuelle Tariftendenzen vor, schließlich gehen beispielsweise die Unternehmen der Metall- und Elektroindustrie in diesem Jahr in Tarifverhandlungen mit der IG Metall. Grütering macht deutlich, dass die Unternehmen sehr unsicher seien und man deshalb den Poker um Löhne und Gehälter nicht übertreiben dürfe. Die Behauptungen, die Löhne seien in der Vergangenheit nicht stark genug gestiegen, entbehren jeder Grundlage: "In der Metall- und Elektro-Industrie kann von Zurückhaltung keine Rede sein. Allein im jüngsten Tarifabschluss wurden die Tarifentgelte um 4,3 Prozent erhöht. Das war der höchste Zuwachs seit 20 Jahren", so Grütering. "Über die vergangenen zehn Jahre summieren sich die Tarifabschlüsse der Metall- und Elektro-Industrie auf ein Plus von fast 30 Prozent."

Andreas Dinges, Geschäftsführer der Düsseldorfer Adecco Gruppe, schilderte anschließend die Umfrageergebnisse aus seiner Sicht.  Die Adecco Personaldienstleistungen GmbH ist Arbeitgeber für 16.500 Mitarbeiter und verfügt über 130 Niederlassungen in Deutschland. In den verschiedenen Geschäftsbereichen Industrial, Office und Medical & Science konzentriert man sich auf die spezifische Personalentwicklung für die eigenen Kunden –  vom Mittelständler bis zum internationalen Konzern. Das Unternehmen veröffentlicht regelmäßig einen Fachkräftekompass. Aktuelle Ergebnisse:  Der Mangel an gut ausgebildeten Mitarbeitern besteht nicht nur im hochqualifizierten Segment, sondern ist vielmehr an der Basis der deutschen Industrie angekommen. Demnach fehlen in jedem zweiten Unternehmen mit mehr als 1.000 Mitarbeitern Fachkräfte mit einer abgeschlossenen Ausbildung in gewerblich-technischen Berufen. Immerhin 39 Prozent der Befragten sehen den größten Bedarf bei Mitarbeitern mit abgeschlossener Berufsausbildung im IT-Bereich.  In seinem Ausblick auf 2013 betonte Andreas Dinges, dass der deutsche Arbeitsmarkt stabil bleibe mit 6,8 Prozent und die Zeitarbeitskräfte um 6 Prozent auf 800.000 Menschen sinken könnten. Ohnehin ist der Arbeitsmarkt der Zeitarbeitskräfte mit 2,1 Prozent sehr gering.

 

Download: Konjunkturmonitor 2013 (PDF)
Donwload: Präsentation Konjunkturmonitor 2013 (PDF)

 

Düsseldorfer Arbeitgeberverbände e.V.
Unternehmerschaft Düsseldorf und Umgebung e.V.

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